Kategorien
4a Schulleben

30 Jahre Tag der Deutschen Einheit

Blick in die „bessere“ Hälfte der Klasse

Zum 30-jährigen Jahrestag des offiziellen Tag der Deutschen Einheit „erlebten“ die Schüler der Klasse 4a durch das Projekt „30 Jahre Tag der Deutschen Einheit“ eine besondere Situation, die sie selbst überhaupt nicht erlebt haben: die Teilung Deutschlands in zwei Staaten und ihre Wiedervereinigung.

Blick in die „benachteiligte“ linke Hälfte der Klasse

Als die Schüler morgens in das Klassenzimmer kamen, teilte ein Absperrband das Klassenzimmer. Coronabedingt sind die Kinder – leider – Absperrband im Pausenhof gewohnt. Allerdings war ihnen sehr schnell klar, dass das Absperrband im Pausenhof zu ihrem Schutz dient, das Absperrband im Klassenzimmer jedoch eine Einschränkung bedeutet. (Zum Vergrößern der Bilder bitte darauf klicken!)

Vom vergangen Jahr wussten die Kinder noch, was ihre Lehrerin Frau Kluge damit bezwecken wollte: die Sensibilisierung darüber, dass es einem Teil der Klasse (so wie damals einem Teil der Deutschen) „besser“ als dem anderen geht.

Auf der rechten Seite des Absperrbandes konnte man in die Pause, auf die Toilette und in den Gruppenraum. Befand man sich aber leider links des Bandes, so saß man nur an den Fenstern, durch die man aufgrund der Höhe nicht nach draußen kam. Noch dazu konnte Frau Kluge nur die linke Hälfte unterrichten, denn in dieser befand sie sich selbst, die Tafel und die digitalen Geräte.

Um den Schülern die damalige Situation noch verständlicher zu machen, wurden sie mit folgenden Fragen konfrontiert: Was befindet sich in deinem/meinem Teil des Klassenzimmers? Was befindet sich auf der anderen Seite? Kannst du den Lichtschalter erreichen? Kannst du den Raum verlassen? Was fehlt dir, weil es auf der anderen Seite ist? Wer fehlt dir, weil er oder sie auf der anderen Seite ist? Möchtest du lieber auf der anderen Seite sein, und warum? Alle wurden dadurch sehr betroffen.

Die „roter-Tisch-Lösung“…

Durch entsprechendes Lesematerial, welches die Kinder sich in Partnerarbeit erschlossen, ergänzende Erzählungen der Klassenlehrerin Frau Kluge und kindgerecht aufgearbeitete Kurzfilme der logo Kindernachrichten wurden sie für die damalige Situation der Trennung der Menschen durch eine Mauer weiter sensibilisiert. Besonders entsetzt waren sie, als sie erfuhren, dass die Mauer sogar die Stadt Berlin teilte, dass sie durch Häuser ging und so auch Familien getrennt wurden.

Die eine Hälfte der Schüler fand es „voll unfair“, dass sie tatsächlich – natürlich nur für eine Zeit lang – ihre Seite nicht verlassen durften, was zum Beispiel problematisch wurde, als Arbeitsblätter ausgeteilt wurden oder jemand zur Toilette musste …            

Aber die Schüler sind ja erfinderisch: für die ABs wurde eine Lösung gefunden: unser kleiner roter Tisch wurde genau unter das Absperrband geschoben, so dass jeder an den Tisch kam und sich ein AB holen konnte.

Eine Deutschlandkarte vom geteilten und wiedervereinten Deutschland verdeutlichte diese Entwicklung noch.                        

Sehr interessant fand die Klasse auch die Geschichte der Demonstrationen in Leipzig, bei denen es um die Wahl-, Meinungs-, Presse-, Berufs- und Reisefreiheit ging.

Am Ende des Tages waren dann doch alle sehr erleichtert, als Frau Kluge die Trennung wieder aufhob und halfen mit, das Band zu entfernen: so konnten sie sich alle wieder FREI bewegen…